ADHS-Diagnose Kosten 2026: Kasse, privat, Selbstzahler
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ADHS-Diagnose Kosten 2026: Kasse, privat, Selbstzahler

Wer als Erwachsener eine ADHS-Diagnostik sucht, stößt schnell auf zwei Antworten. Die Kasse zahlt, aber der nächste freie Termin ist in neun Monaten. Oder es geht nächste Woche, privat, für einen Betrag, den niemand vorher genau nennen will. Dazwischen liegt mehr Spielraum, als es zuerst aussieht.

Mit der Krankenkasse kostet es nichts, dauert aber

Für gesetzlich Versicherte ist eine ADHS-Diagnostik eine Kassenleistung. Sie zahlen dafür nichts, wenn die Stelle mit Ihrer Kasse abrechnet. Infrage kommen Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, Nervenärzte, psychiatrische Institutsambulanzen und Spezialambulanzen an Unikliniken. Auch psychologische Psychotherapeutinnen können ADHS diagnostizieren. Medikamente verschreiben dürfen sie nicht, das bleibt ärztlich.

Das Problem ist der Zugang. Viele Praxen nehmen keine Erwachsenen mit ADHS-Verdacht an oder führen lange Wartelisten. Die Terminservicestelle unter der 116117 vermittelt mit einer Überweisung, die einen Dringlichkeitscode trägt, einen Facharzttermin innerhalb von vier Wochen. Das ist ein echter Weg, aber der vermittelte Termin ist nicht automatisch eine vollständige ADHS-Abklärung. Fragen Sie vorher nach, was dort tatsächlich gemacht wird. Wie Sie Wartelisten geschickt nutzen, steht im Artikel zur ADHS-Diagnose ohne lange Wartezeit.

Eine Kleinigkeit, die oft untergeht: Bietet Ihnen eine Kassenpraxis an, die Diagnostik schneller privat zu machen, müssen Sie dem als gesetzlich Versicherte vorher schriftlich zustimmen. Ohne diese Vereinbarung darf keine Privatrechnung kommen. Lesen Sie, was darin steht, bevor Sie unterschreiben.

Wie eine Privatrechnung zustande kommt

Private Diagnostik wird in Deutschland nach einer festen Gebührenordnung abgerechnet. Ärztinnen und Ärzte nutzen die GOÄ, psychologische Psychotherapeuten die GOP, die auf dieselben Positionen verweist. Ein Pauschalpreis ist das nicht. Die Rechnung setzt sich aus einzelnen Leistungen zusammen, und jede hat einen Punktwert.

Ein Beispiel: Die „eingehende psychiatrische Untersuchung“ (GOÄ-Nummer 801) hat 250 Punkte. Bei einem Punktwert von 5,82873 Cent sind das 14,57 Euro als einfacher Satz. Üblich ist der 2,3-fache Satz, also 33,52 Euro. Darüber, bis zum 3,5-fachen, darf nur abgerechnet werden, wenn die Praxis das begründet, etwa mit besonderem Aufwand.

Eine vollständige Diagnostik besteht aus vielen solchen Positionen über mehrere Termine: ausführliche Gespräche, standardisierte Fragebögen und Tests mit Auswertung, oft ein Gespräch mit einer Bezugsperson, dazu der schriftliche Befund. So kommen Rechnungen im Bereich von mehreren hundert Euro zustande, je nach Umfang auch mehr. Wer einen Kostenvoranschlag bekommt, kann die Positionen nachvollziehen. Und wer eine Pauschale ohne Aufschlüsselung angeboten bekommt, sollte nachfragen.

Was im Angebot stehen sollte

  • Wie viele Termine sind geplant, und wie lang ist jeder?
  • Welche Tests oder Fragebögen werden eingesetzt, und ist die Auswertung enthalten?
  • Gibt es einen schriftlichen Befund, und kostet der extra?
  • Wird eine Bezugsperson einbezogen, etwa Partner oder Eltern?
  • Was passiert, wenn das Ergebnis unklar ist: weitere Termine, und zu welchem Preis?
  • Welcher Steigerungsfaktor wird angesetzt?

Ein günstiges Angebot, das nur aus einem einzigen Gespräch besteht, ist keine Abklärung, egal was auf der Rechnung steht. Ein seriöser Befund prüft auch, ob etwas anderes hinter den Schwierigkeiten steckt: Schlafprobleme, Depression, Schilddrüse, Angststörungen. Was in einer gründlichen Diagnostik passiert, beschreibt der Artikel zum Ablauf einer ADHS-Diagnose.

Privat versichert oder beihilfeberechtigt

Mit einer privaten Krankenversicherung reichen Sie die Rechnung ein, und Ihr Tarif entscheidet, wie viel erstattet wird. Bei Psychotherapeutinnen begrenzen manche Tarife die Leistungen oder verlangen eine vorherige Zusage. Ein kurzer Anruf bei der Versicherung, bevor der erste Termin stattfindet, erspart später Diskussionen. Für Beamte gilt dasselbe mit der Beihilfe: Sie trägt ihren Anteil nach eigenen Regeln, der Rest geht an die private Restkostenversicherung.

Wenn die Kasse keinen Termin findet

§ 13 Absatz 3 SGB V sieht vor, dass die Kasse Kosten erstattet, wenn sie eine unaufschiebbare Leistung nicht rechtzeitig erbringen konnte oder eine Leistung zu Unrecht abgelehnt hat. Klingt nach dem perfekten Ausweg aus der Warteliste. In der Praxis ist es ein Antrag, den Sie vor der Behandlung stellen müssen, und lange Wartezeiten allein reichen nicht automatisch.

Wer diesen Weg gehen will, sollte dokumentieren: welche Praxen angefragt wurden, wann, mit welcher Antwort. Dazu eine Bestätigung, dass die Terminservicestelle keinen passenden Termin vermitteln konnte. Mit dieser Liste stellen Sie den Antrag bei der Kasse, und zwar bevor Sie privat buchen. Wer erst bucht und dann fragt, bleibt meist auf der Rechnung sitzen.

Was nach der Diagnose noch kosten kann

Mit dem Befund ist die Rechnung nicht unbedingt abgeschlossen. Wer die Diagnose bekommt, steht vor der Frage, wie es weitergeht, und auch das hat einen Preis.

Für Erwachsene sind in Deutschland mehrere ADHS-Medikamente zugelassen. Auf Kassenrezept zahlen gesetzlich Versicherte die übliche Zuzahlung von zehn Prozent des Preises, mindestens fünf und höchstens zehn Euro je Packung. Dazu kommen Kontrolltermine, gerade in der Einstellungsphase. Wenn die Diagnose privat gestellt wurde, die Medikamente aber über die Kasse laufen sollen, braucht es eine Ärztin mit Kassenzulassung, die den Befund übernimmt und weiterbehandelt. Klären Sie vorher, ob sie das tut. Manche Praxen bestehen auf einer eigenen Untersuchung.

Psychotherapie oder ein spezialisiertes ADHS-Coaching sind weitere Bausteine. Psychotherapie bei einer Kassenpsychotherapeutin zahlt die Kasse, mit den bekannten Wartezeiten. Coaching ist in der Regel Selbstzahlerleistung. Fragen Sie auch hier vorab, was eine Sitzung kostet und wie viele geplant sind.

Österreich und Schweiz in Kürze

In Österreich laufen Kassenleistungen über Fachärztinnen mit Kassenvertrag oder Ambulanzen. Bei Wahlärzten zahlen Sie zuerst selbst und bekommen einen Teil zurück, meist deutlich weniger als die Rechnung. In der Schweiz übernimmt die Grundversicherung ärztliche Diagnostik nach Abzug von Franchise und Selbstbehalt; bei psychologischen Psychotherapeutinnen braucht es eine ärztliche Anordnung. In beiden Ländern lohnt es sich, vor dem Termin schriftlich nachzufragen, was übernommen wird.

Wenn das Geld knapp ist

Eine Privatrechnung über mehrere hundert Euro ist für viele schlicht nicht drin. Dann hilft es, beide Wege gleichzeitig zu gehen: auf mehrere Wartelisten setzen lassen, die 116117 nutzen und regelmäßig nachhaken, ob Termine frei geworden sind. Manche Praxen haben kurzfristige Absagen und rufen an, wer sich gemeldet hat.

Fragen Sie in Privatpraxen nach Ratenzahlung, viele bieten sie an, ohne es auf die Website zu schreiben. ADHS-Selbsthilfegruppen wissen oft, welche Praxis in der Region gerade Erwachsene annimmt. Und an Hochschulen gibt es psychologische Beratungsstellen, die zwar keine Diagnose stellen, aber Anlaufstellen kennen.

Wovon Sie besser die Finger lassen: Angebote, die eine Diagnose nach einem einzigen Online-Fragebogen versprechen. Ein solcher Befund wird von Ärztinnen, die später behandeln oder Medikamente verschreiben sollen, oft nicht anerkannt. Dann zahlen Sie zweimal.

Vorher klären, ob sich die Ausgabe lohnt

Bevor Sie mehrere hundert Euro ausgeben oder sich auf eine lange Warteliste setzen, ist eine Frage berechtigt: Wie deutlich ist das Bild überhaupt? Unser ADHS-Screening geht Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität, die Auswirkungen auf Ihren Alltag und Ihre Kindheit getrennt durch. Das Ergebnis sehen Sie sofort und kostenlos. Wer es genauer wissen will, kann einen ausführlichen Bericht dazukaufen, der zeigt, welche Antworten hinter dem Ergebnis stehen und was Sie in die Abklärung mitnehmen können.

Das Screening ist keine Diagnose und ersetzt die Abklärung nicht. Es hilft aber bei der Entscheidung, ob und wie dringend Sie sie angehen, und es gibt Ihnen für das erste Gespräch etwas Konkretes in die Hand. Für die Einordnung, welcher nächste Schritt gerade passt, gibt es den Überblick ADS-Verdacht bei Erwachsenen.

Ein Blatt für den Vergleich

Notieren Sie für jede Praxis: Datum der Auskunft, Ansprechperson, geplante Termine, Gesamtbetrag laut Kostenvoranschlag, Steigerungsfaktor, ob der Befund enthalten ist und was offen blieb. Nach drei Anrufen sehen Sie, welche Angebote wirklich vergleichbar sind, und Sie müssen sich später nicht auf Telefonnotizen aus dem Gedächtnis verlassen.

Quellen und weiterführende Informationen

Vermuten Sie ADS, ADHS oder Autismus?

Unser kostenloser, anonymer Online-Test hilft Ihnen herauszufinden, ob eine klinische Abklärung sinnvoll ist.

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Häufig gestellte Fragen

Zahlt die Krankenkasse eine ADHS-Diagnose bei Erwachsenen?
Ja, für gesetzlich Versicherte ist die Diagnostik eine Kassenleistung, wenn die Praxis oder Ambulanz mit der Kasse abrechnet. Das Hindernis sind meist die Wartezeiten, nicht die Kosten.
Was kostet eine private ADHS-Diagnostik?
Es gibt keinen Festpreis. Abgerechnet wird nach GOÄ oder GOP, Position für Position. Allein die eingehende psychiatrische Untersuchung kostet zum üblichen 2,3-fachen Satz 33,52 Euro. Über mehrere Termine mit Tests, Auswertung und Befund kommen meist mehrere hundert Euro zusammen.
Kann ich mir eine private Diagnostik von der Kasse erstatten lassen?
Unter bestimmten Voraussetzungen nach § 13 Abs. 3 SGB V. Der Antrag muss vor der Behandlung gestellt werden, und Sie sollten belegen können, dass Sie keinen rechtzeitigen Kassentermin bekommen haben. Lange Wartezeiten allein sind keine Garantie.
Was sollte in einem Kostenvoranschlag stehen?
Zahl und Dauer der Termine, eingesetzte Tests mit Auswertung, der schriftliche Befund, die Einbeziehung einer Bezugsperson, der Steigerungsfaktor und was bei einem unklaren Ergebnis passiert.
Ist ein Online-Screening eine günstigere Diagnose?
Nein. Ein Screening ist eine strukturierte Vorabeinschätzung und keine Diagnose. Es hilft zu entscheiden, ob sich die Ausgabe für eine Abklärung lohnt, und liefert Material für das erste Gespräch.

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